Messier 45, Plejaden

Objektbeschreibung

Messier 45
Messier 45: Pleiaden mit Reflexionsnebel; 500 mm Cassegrain 3625 mm f/7.2; SBIG STL11K; 30+15+15+15 min LRGB; Sternwarte Lischerli, Ottenleuebad, Berner Oberland; © 2011 Radek Chromik

Die Plejaden sind der uns am nächsten gelegene und dadurch am grössten erscheinende galaktische Sternhaufen. Die von blossem Auge sechs, sieben oder manchmal auch mehr sichtbaren Sterne sind schon seit der Steinzeit bekannt. Eine der frühesten Darstellungen ist eine Höhlenmalerei im «Saal der Stiere» in der Höhle von Lascaux in Frankreich: Sechs Punkte über dem Nacken eines Auerochsen, geschätztes Alter 21'000 bis 22'000 Jahre. Ebenfalls erwähnenswert ist eine Darstellung auf der «Himmelsscheibe von Nebra», eine in Deutschland gefundene Bronzescheibe aus etwa 1600 v. Chr. [266]

Messier 45
Messier 45: Pleiaden mit Reflexionsnebel; Vixen ED-Apochromat 115 mm, Reducer f/5.2; 3 x 302 s, ISO 1600; Langis 1460 m ü. M.; © 31. 8. 2006 Eduard von Bergen

Der auch als «Siebengestirn» bezeichnete Sternhaufen hat Einzug in zahlreiche Mythen erhalten. Die bekannteste stammt aus der griechischen Mythologie. Die hellsten Sterne sind nach den sieben Töchtern der Pleione, der Frau des Himmelsgewölbende tragenden Titanen Atlas benannt: Alkyone, Asterope, Celaeno, Elektra, Maia, Merope und Taygete. Sie wurden von Orion geliebt und verfolgt, aber nie erreicht. Bis heute eilt er Nacht für Nacht am Himmel nach, ohne sie je einzuholen. [20]

M 45
Messier 45 im sichtbaren Licht (DSS2, oben) und Infrarot (allWISE, unten) [147]

Der Sternhaufen M 45 ist rund 410 Lichtjahre entfernt und zählt mindestens 250 Sterne, deren Zugehörigkeit bestätigt ist. Wahrscheinlich sind es weitaus mehr. Das Alter wird auf 20 Millionen Jahre geschätzt. [4] Der ganze Haufen bedeckt rund 2°, etwa der vierfache Vollmonddurchmesser. Die neun hellsten Sterne sind vom Typ B und eingehüllt in mehrere Reflexionsnebel. Sie konzentrieren sich auf ein Gebiet von etwas mehr als 1°. Die Formation sieht etwas aus wie eine Miniatur-Ausgabe des Grossen Wagens im Sternbild Ursa Maior (Grosser Bär), weshalb der Haufen in der Schweizer Astronomieszene den Spitznamen «Gummibärchen» erhalten hat.

Subaru Logo
Subaru ist der japanische Name der Pleiaden. [155]
«The Complete New General Catalogue and Index Catalogue of Nebulae and Star Clusters» von J.L.E. Dreyer, nachbearbeitet 1988 von Roger W. Sinnott [142]. Koordinaten in B2000.0.
Name Typ RA [hm] Dec [dm] Const ⌀ ['] vMag Beschreibung
NGC 1432Nb03 45.8+24 22Tau30.eF, vL, dif (Maia, in Pleiades)
NGC 1435Nb03 46.1+23 47Tau30.vF, vL, dif (Merope)
IC 349Nb03 46.3+23 56TaueF, vS, pos 165deg , dist 36" from Merope

Auffindkarte

M 45 befindet sich im Sternbild Stier zwischen dem Stierkopf und dem Sternbild Perseus. Die beste Beobachtungszeit hierfür ist September bis Februar.

Karte
Karte mithilfe von SkySafari 6 Pro [149] erstellt.

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