Andromeda-Galaxie (Messier 31)

Messier 31
Messier 31: Andromeda-Galaxie; Celestron RASA 11" f/2.22; ZWO ASI6200 Pro; Tentlingen; © 2020 Peter Kocher

Geschichte

Die Andromeda-Galaxie wurde bereits 905 v. Chr. vom persischen Astronomen Al Sufi erwähnt und war als «kleine Wolke» schon lange vor der Erfindung des Teleskops 1609 auf Sternkarten eingezeichnet.

Die erste Beobachtung mit Teleskop wird üblicherweise dem deutschen Astronomen Simon Marius im Jahr 1611 oder 1612 zugeschrieben. Er verglich das schwache Scheinen mit der einer durch Horn scheinenden Kerze. Frühe Astronomen vermuteten, dass der «Andromedanebel» aus leuchtendem Gas bestünde und ein nahe gelegenes Planetensystem in der Entstehung sei. Spektroskopische Analysen machten diese Theorie zunichte und zeigten, dass das Licht von unzähligen Sternen stammen musste.

Messier 31
Messier 31: Aufnahme mit und ohne Solarisation; 500/2500 mm Newton + SBIG ST-6; Sternwarte Bülach; © 1996 Stefan Meister

Erste Indizien der wahren Natur und Dimension dieses Spiralnebels tauchten Ende 1923 auf, als mehrere Cepheid-Veränderliche gefunden wurde. In einer Studie dieser Cepheiden mittels dem 100"-Teleskop auf Mount Wilson bewies Edwin Hubble endgültig, dass es sich hier um ein extragalaktisches Objekt handeln musste und leitete eine vorläufige Entfernung von 900'000 Lichtjahren ab. Seine Veröffentlichte beendete die lange Kontroverse um die Natur dieser «Spiralnebel». Spätere Studien mit dem neu fertiggestellten 200"-Teleskop zeigten, dass sich die Cepheiden in der Andromeda-Galaxie in zwei unterschiedliche Populationen mit unterschiedlichen Leuchtstärken unterteilen ließen und frühere Entfernungsbestimmungen um den Faktor 2-3 daneben lagen. [4] Aktuelle Messungen auf Simbad geben eine Entfernung von 2.5 bis 2.6 Millionen Lichtjahre und dass sich M 31 mit einer Geschwindigkeit von rund 300 km/s in unsere Richtung bewegt. [145]

Physikalische Eigenschaften

M 31 ist die größte und uns am nächsten gelegene Spiralgalaxie — abgesehen natürlich von unserer eigenen Galaxis, der Milchstraße mit ihren Begleitern. Sie besitzt vier kleine, elliptische Begleitgalaxien, welche sich in ihrem Schwerefeld befinden. Zwei von ihnen (M 32 und M 110) liegen in unmittelbarer Nachbarschaft. Die anderen zwei (NGC 147 und NGC 185) liegen rund 7° in nördlicher Richtung im Sternbild Cassiopeia. Bei NGC 206 handelt es sich um eine helle Sternenwolke innerhalb der Galaxie M 31. Weiterhin ist M 31 Heimat vieler Kugelsternhaufen, von denen G 1 der hellste ist.

Messier 31
Messier 31: Andromeda-Galaxie. Ausschnitt aus dem Originalfoto.; Nikon D850 mit Nikkor 300 mm 2.8D auf Vixen GP-DX Montierung; L: 29*30s + D: 16*30s, ISO 800; Bözberg, Aargau; © 10. Juli 2020 Bernd Nies
M 31
M 31: Andromeda-Galaxie; FSQ 106 auf AOK Herkules V12 Montierung, Moravian G3-16200; R 15x5 min, G 15x5 min, B 16x5 min; Lü-Stailas; © 9. 8. 2021 Stefan Berchten, Hansjörg Wälchli
NGC 206 + M 32
NGC 206 + M 32: ternwolke NGC 206 und Begleitgalaxie M 32; Takahashi Mewlon 250 CR (2500 mm f/10), SBIG STL 11k; 21L x 600 sec 1×1, 10R, 14G, 15B 2×2 x 600sec, 12HA x 1200 sec; Berner Oberland; © 3.10. 2016 – 14.10. 2017 Bernhard Blank, Dragan Vogel
NGC 206
NGC 206: Sternenwolke NGC 206 in Andromedagalaxie M 31; 500 mm Cassegrain 3625 mm f/7.2; SBIG STL11K; 90+30+30+30 min LRGB; Berner Oberland; © 2011 Radek Chromik
NGC 206
NGC 206: Sternwolke in M 31; RC 500 auf AOK Herkules V48 Montierung; SBIG STL-11000M/C2; -30 °C Chiptemperatur, R/G/B ungebinnt, R 12×5 min, G 10×5 min, B 10×5 min; Sternwarte Son Bi, Mallorca; © 1.–3. 12. 2016 Beat Kohler, Hansjörg Wälchli
Messier 110 (NGC 205)
Messier 110 (NGC 205): Begleiter der Andromedagalaxie; 500 mm Cassegrain 3625 mm f/7.2; SBIG STL11K; 150+40+40+40 min LRGB; Berner Oberland; © 2011 Radek Chromik
Revised+Historic NGC/IC, Version 22/9, © Dr. Wolfgang Steinicke [277]
NameRADecTypbMagvMagDimDreyer BeschreibungIdentifikation, Anmerkungen
NGC 14700 33 11.7+48 30 26Gx (E5/P)10.59.513.2 × 7.8vF, vL, iR, gsmbM * 11UGC 326, MCG 8-2-5, DDO 3, CGCG 550-6
NGC 18500 38 57.6+48 20 14Gx (E3)10.19.28 × 7pB, vL, iR, vgmbM, rUGC 396, MCG 8-2-10, CGCG 550-9, IRAS 00362+4803
NGC 20500 40 22.1+41 41 07Gx (E5)8.98.119.5 × 11.5vB, vL, mE 165°, vgvmbMM 110, UGC 426, MCG 7-2-14, CGCG 535-14, IRAS 00376+4124
NGC 20600 40 32.3+40 44 18GxyP14.04.2vF, vL, mE 0°part of M 31
NGC 22100 42 41.8+40 51 57Gx (E2)9.08.18.5 × 6.5! vvB, L, R, psmbMNM 32, UGC 452, MCG 7-2-15, IRAS 00399+4035, ARAK 12, Arp 168, CGCG 535-16
NGC 22400 42 44.3+41 16 08Gx (Sb)4.43.4189.1 × 61.7!!! eeB, eL, vmE (Andromeda)M 31, UGC 454, MCG 7-2-16, CGCG 535-17, Andromeda nebula

Auffindkarte

M 31 befindet sich im Sternbild Andromeda, nur 1° 20' vom 4.5 mag hellen Stern ν Andromedae entfernt. Die beste Beobachtungszeit ist Juli bis Februar.

Karte Andromeda-Galaxie (Messier 31)
Andromeda-Galaxie (Messier 31) im Sternbild Andromeda. Karte mithilfe von SkySafari 6 Pro und STScI Digitized Sky Survey erstellt. [149, 160]

Visuelle Beobachtung

M 31, M 32, M 110
M 31, M 32, M 110: Bleistiftzeichnung; Borg 125/800 f/6.4 ED Apo; © Jozef Cukas

Von Auge als verwaschener Stern oder Nebelfleck erkennbar. Im Feldstecher ist das ganze Ausmaß bzw. die Größe erkennbar. Die Begleitgalaxien M32 und M110 zeigen sich bereits in einem kleinen Amateurfernrohr. M32 ist fast kugelförmig, während M110 elliptisch erscheint. Neben dem hellen Kern von M31 sind problemlos in mittleren Teleskopen die beiden schwarzen Staubbänder wahrnehmbar. In größeren Teleskopen werden Knoten bzw. verwaschene Kugelsternhaufen, welche zur Galaxie gehören, sichtbar. [192]

12.5" Ninja-Dobson, F:4.5 / TV-Nagler 31mm, 46x, 1.78°
Eduard von Bergen

Weitere Objekte in der Nähe (±15°)

Quellenangaben

4«Burnham's Celestial Handbook: An Observer's Guide to the Universe Beyond the Solar System» by Robert Burnham; Dover Publications, Inc.; Voume I: ISBN 0-486-23567-X; Volume II: ISBN 0-486-23568-8; Volume III: ISBN 0-486-23673-0
145SIMBAD astronomical database; simbad.u-strasbg.fr/simbad
149SkySafari 6 Pro, Simulation Curriculum; skysafariastronomy.com
160The STScI Digitized Sky Survey; archive.stsci.edu/cgi-bin/dss_form
192Deep-Sky Guide; fernrohr.ch/1d_deep-sky-guide.html (2020-12-25)
277«Historische Deep-Sky Kataloge» von Dr. Wolfgang Steinicke; klima-luft.de/steinicke (2021-02-17)