Messier 31, Andromedagalaxie

Objektbeschreibung

Messier 31
Messier 31: Andromeda-Galaxie. Ausschnitt aus dem Originalfoto. 10. Juli 2020 auf dem Bözberg bei Halbmond, wartend bis Komet Neowise aufgeht; Nikon D850 mit Nikkor 300 mm 2.8D auf Vixen GP-DX Montierung; L: 29*30s + D: 16*30s, ISO 800; Bözberg, Aargau; © 10. Juli 2020 Bernd Nies

Die Andromeda-Galaxie M 31 ist die grösste und uns am nächsten gelegene Spiralgalaxie — abgesehen natürlich von unserer eigenen Galaxis, der Milchstrasse mit ihren Begleitern. Sie wurde bereits 905 v. Chr. vom persischen Astronomen Al Sufi erwähnt und war als «kleine Wolke» schon lange vor der Erfindung des Teleskops 1609 auf Sternkarten eingezeichnet.

Die erste Beobachtung mit Teleskop wird üblicherweise dem deutschen Astronomen Simon Marius im Jahr 1611 oder 1612 zugeschrieben. Er verglich das schwache Scheinen mit der einer durch Horn scheinenden Kerze. Frühe Astronomen vermuteten, dass der «Andromedanebel» aus leuchtendem Gas bestünde und ein nahe gelegenes Planetensystem in der Entstehung sei. Spektroskopische Analysen machten diese Theorie zunichte und zeigten, dass das Licht von unzähligen Sternen stammen musste.

Messier 31
Messier 31: Aufnahme mit und ohne Solarisation; 500/2500 mm Newton + SBIG ST-6; Sternwarte Bülach; © 1996 Stefan Meister

Erste Indizien der wahren Natur und Dimension dieses Spiralnebels tauchten Ende 1923 auf, als mehrere Cepheid-Veränderliche gefunden wurde. In einer Studie dieser Cepheiden mittels dem 100"-Teleskop auf Mount Wilson bewies Edwin Hubble endgültig, dass es sich hier um ein extragalaktisches Objekt handeln musste und leitete eine vorläufige Entfernung von 900'000 Lichtjahren ab. Seine Veröffentlichte beendete die lange Kontroverse um die Natur dieser «Spiralnebel». Spätere Studien mit dem neu fertiggestellten 200"-Teleskop zeigten, dass sich die Cepheiden in der Andromeda-Galaxie in zwei unterschiedliche Populationen mit unterschiedlichen Leuchtstärken unterteilen liessen und frühere Entfernungsbestimmungen um den Faktor 2-3 daneben lagen. [4] Aktuelle Messungen auf Simbad geben eine Entfernung von 2.5 bis 2.6 Millionen Lichtjahre und dass sich M 31 mit einer Geschwindigkeit von rund 300 km/s in unsere Richtung bewegt. [145]

M 31 besitzt vier kleine, elliptische Begleitgalaxien, welche sich in ihrem Schwerefeld befinden. Zwei von ihnen (M 32 und M 110) liegen in unmittelbarer Nachbarschaft. Die anderen zwei (NGC 147 und NGC 185) liegen rund 7° in nördlicher Richtung im Sternbild Cassiopeia. Bei NGC 206 handelt es sich um eine helle Sternenwolke innerhalb der Galaxie M 31. Weiterhin ist M 31 Heimat vieler Kugelsternhaufen, von denen G1, Mayall II der hellste ist.

— 9. 2. 2021, Bernd Nies

NGC 206
NGC 206: Sternenwolke NGC 206 in Andromedagalaxie M 31; 500 mm Cassegrain 3625 mm f/7.2; SBIG STL11K; 90+30+30+30 min LRGB; Sternwarte Lischerli, Ottenleuebad, Berner Oberland; © 2011 Radek Chromik
NGC 206 + M 32
NGC 206 + M 32: Sternwolke NGC 206 und Begleitgalaxie M 32; Takahashi Mewlon 250 CR (f=2500 mm / f10), SBIG ST-8300; 21L x 600 sec 1×1, 10R, 14G, 15B 2×2 x 600sec, 12HA x 1200 sec; Sternwarte Lischerli, Ottenleuebad, Berner Oberland; © 2017 Bernhard Blank, Dragan Mihajlovic
Messier 110 (NGC 205)
Messier 110 (NGC 205): Begleiter der Andromedagalaxie; 500 mm Cassegrain 3625 mm f/7.2; SBIG STL11K; 150+40+40+40 min LRGB; Sternwarte Lischerli, Ottenleuebad, Berner Oberland; © 2011 Radek Chromik
«The Complete New General Catalogue and Index Catalogue of Nebulae and Star Clusters» von J.L.E. Dreyer, nachbearbeitet 1988 von Roger W. Sinnott [142]. Koordinaten in B2000.0.
Name Typ RA [hm] Dec [dm] Const ⌀ ['] vMag Beschreibung
NGC 147Gx00 33.2+48 30Cas12.99.3vF, vL, iR, gsmbM *11
NGC 185Gx00 39.0+48 20Cas11.59.2pB, vL, iR, vgmbM, r
NGC 205Gx00 40.4+41 41And17.48.0vB, vL, mE 165deg , vgvmbM; = M110
NGC 206C+N00 40.6+40 44AndvF, vL, mE 0deg
NGC 221Gx00 42.7+40 52And7.68.2! vvB, L, R, psmbMN; = M32
NGC 224Gx00 42.7+41 16And178.3.5!!! eeB, eL, vmE (Andromeda); = M31

Auffindkarte

M 31 befindet sich im Sternbild Andromeda, nur 1° 20' vom 4.5 mag hellen Stern ν Andromedae entfernt. Die beste Beobachtungszeit ist Juli bis Februar.

Karte
Karte mithilfe von SkySafari 6 Pro [149] und STScI Digitized Sky Survey [160] erstellt.

Visuelle Beobachtung

Von Auge als verwaschener Stern oder Nebelfleck erkennbar. Im Feldstecher ist das ganze Ausmass bzw. die Grösse erkennbar. Die Begleitgalaxien M32 und M110 zeigen sich bereits in einem kleinen Amateurfernrohr. M32 ist fast kugelförmig, während M110 elliptisch erscheint. Neben dem hellen Kern von M31 sind problemlos in mittleren Teleskopen die beiden schwarzen Staubbänder wahrnehmbar. In grösseren Teleskopen werden Knoten bzw. verwaschene Kugelsternhaufen, welche zur Galaxie gehören, sichtbar. [192]

12.5" Ninja-Dobson, F:4.5 / TV-Nagler 31mm, 46x, 1.78°
Eduard von Bergen

Creative Commons License Sofern keine anderen Quellen, Autoren oder Fotografen genannt werden, unterliegt diese Webseite der Creative Commons Attribution 4.0 International License.