IC 5146, Kokon-Nebel

Objektbeschreibung

IC 5146 wurde am 28. Juli 1894 vom deutschen Astronomen Max Wolf entdeckt. Es handelt sich hier um einen offen Sternhaufen, eingehüllt in einen grossen galaktischen Nebel bestehend aus Emissionsnebeln, Reflexionsnebeln und Dunkelnebeln. Die Bezeichnung IC 5146 gilt für den Sternhaufen inklusive Nebel. Der Nebel ist auch als Sharpless 125 (Sh2-125) und der Sternhaufen als Collinder 470 bekannt. Den Spitznamen Kokon-Nebel (engl. Cocoon Nebula) erhielt er aufgrund seines Aussehens, der einem leuchtenden Insekten-Kokon in einer Dunkelwolke gleicht.

IC 5146
IC 5146: Sternhaufen mit Nebel IC 5146 und Dunkelwolke Barnard 168; Meade Schmidt-Newton 254mm f/4; Canon EOS 20Da; ISO 1600; 16 x 362s; Obwalden; © 14. 7. 2007 Eduard von Bergen
IC 5146
IC 5146: Sternhaufen mit Nebel IC 5146 und Dunkelwolke Barnard 168; 500 mm Cassegrain 5800 mm f/11.4; SBIG STL11K; 30+10+10+10 min LRGB; Sternwarte Lischerli, Ottenleuebad, Berner Oberland; © 2005 Radek Chromik
IC 5146
IC 5146: Sternhaufen mit Nebel IC 5146 und Dunkelwolke Barnard 168; Takahashi Mewlon 250 CR (f=2500 mm / f10), SBIG ST-8300; 20L x 1200 sec 1×1, 13R, 12G, 14B 2×2 x 1200 sec; Sternwarte Lischerli, Ottenleuebad, Berner Oberland; © 2016 Bernhard Blank, Dragan Mihajlovic

Der Sternhaufen mit dem hellen Teil des Nebels hat einen Winkeldurchmesser von etwa zwölf Bogenminuten. Entfernungsmessungen sind recht ungenau. Sie reichen von etwa 2500 bis 6400 Lichtjahre. Der Sternhaufen besteht aus zwei kompakten Gruppen, welche massereiche, helle Sterne umrunden. Der hellste davon ist ein Hauptreihen-Stern des Spektraltyps B0 und primär dafür verantwortlich, dass der Nebel leuchtet. Es wird vermutet, dass der helle Teil des Nebels vor etwa 100'000 Jahren entstand. Die zwei- bis dreihundert heisse, helle, junge Sterne in der Gegend weisen jedoch ein durchschnittliches Alter von etwa einer Million Jahre, was darauf schliessen lässt, dass hier in mehreren Episoden Sternentstehung vonstatten ging, welche sich bis zum heutigen Tag fortsetzt. Die blauen Bereiche des Nebels werden durch Reflexion des Sternenlichtes an Staubkörnern verursacht, während die rötlichen Regionen von ionisiertem Wasserstoff stammen (hauptsächlich Hα), verursacht durch die untraviolette Strahlung des Sterns.

IC 5146
Aufnahme mit dem ESA Herschel Weltraumteleskop im Infrarotlicht bei 500 µm, 250 µm und 70 µm [300]

Um den hellen Nebel herum liegt das Ende eines sich weit nach Westen erstreckenden Dunkelnebels Barnard 168 welcher diesen vor dem sternenreichen Milchstrassen-Hintergrund deutlich hervortreten lässt. Der Dunkelnebel tritt auf der Infrarotaufahme des ESA Herschel-Teleskops in Abb. 4 hell hervor. Über 350 kompakte, sternenlose Knoten wurden in den Filamenten des Dunkelnebel entdeckt. Etwa 45 davon sind Kandidaten für künftige Sternentstehung. [145, 196, 300]

— 31. 3. 2021, Bernd Nies

«The Complete New General Catalogue and Index Catalogue of Nebulae and Star Clusters» von J.L.E. Dreyer, nachbearbeitet 1988 von Roger W. Sinnott [142]. Koordinaten in B2000.0.
Name Typ RA [hm] Dec [dm] Const ⌀ ['] vMag Beschreibung
IC 5146C+N21 53.4+47 16Cyg12.7.2pB, vL, iF, *9.5 in M

Auffindkarte

IC 5146 befindet sich im Sternbild Cygnus (Schwan) in Richtung Lacerta (Eidechse). Die beste Beobachtungszeit is April bis November. Verbindet man die gedachte Linie von α Lacertae (3.8 mag) — 4 Lacertae (4.6 mag) — ρ Cygni (3.9 mag), so liegt IC 5146 darauf etwa auf der Höhe von π Cygni (4.2 mag).

Karte
Karte mithilfe von SkySafari 6 Pro und STScI Digitized Sky Survey erstellt. [149, 160]

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