Whirlpool-Galaxie (Messier 51)

Messier 51
Messier 51: Whirlpool-Galaxie im Sternbild Jagdhunde; ZWO FF130 Flatfield APO Refraktor 130mm f/7.7; ASI 6200MM Pro; ZWO AM5; L 46x5 min, R 28x5 min, G 15x5 min, B 15x5 min; Muri b. Bern, 515 m ü. M.; © 7.3.-13.4. 2024 Manuel Jung [45]
Messier 51
Messier 51: Sprudelbad-Galaxie in Canes Venatici; TEC APO 140 ED Refraktor, f=980 mm; SBIG STT-8300 SG/AO-8T; Astro Physics 600E GTO; L 870(87×10) min; Ha 380(19×20) min; R 120(24×5) min; G 80 (16×5) min; B 80 (16×5) min; -40 °C; Hasle-Rüegsau, Bern; © 19. – 24. April 2015 Hansjörg Wälchli [46]
Messier 51 + NGC 5195
Messier 51 + NGC 5195: Galaxien M51 (unten) und NGC 5195 (oben); 500 mm Cassegrain 5800 mm f/11.4; SBIG STL11K; 150+30+30+30 min LRGB; Berner Oberland; © 2005 Radek Chromik [32]

Geschichte

Die bekannte Whirlpool-Galaxie wurde am 13. Oktober 1773 von Charles Messier entdeckt, als er den Kometen dieses Jahres beobachtete. Er schrieb dazu: «Sehr schwacher Nebel, ohne Sterne. [...] Er ist mit einem gewöhnlichen Teleskop von 3 1/2 Fuß [Brennweite] nur schwer zu sehen: In seiner Nähe befindet sich ein Stern der 8. Größe. [...] Er ist doppelt, jeder hat ein brillantes Zentrum und ist 4' 35" voneinander entfernt. Die beiden Atmosphären berühren sich. Einer ist schwächer als der andere.» [281]

Die faszinierende Spiralform wurde erstmals 1845 von Lord Rosse in seinem riesigen 6-Fuß Reflektor im irischen Paronstown bemerkt. Anfänglich vermutete man hinter den Spiralnebeln entstehende Planetensysteme, doch wurde dies 1923 von Edwin Hubble widerlegt. [4]

In Halton Arps 1966 erschienenen «Atlas of Peculiar Galaxies» findet man die beiden interagierenden Galaxien unter Arp 85. Er notierte: «Schwache Schwaden und Verlängerungen vom Begleiter.» [199]

Physikalische Eigenschaften

Gemessene Entfernungen von M 51 reichen von 6.2 Mpc bis 8.4 Mpc (20 bis 27 Millionen Lichtjahre). Die kleine Begleitgalaxie NGC 5195 befindet sich in der gleichen Entfernung, etwas nach hinten versetzt. [145]

Revised+Historic NGC/IC Version 22/9, © 2022 Dr. Wolfgang Steinicke [277]
Name RA Dec Typ bMag vMag B-V SB Dim PA z D(z) MD Dreyer Beschreibung Identifikation, Anmerkungen
NGC 5194 13 29 52.6 +47 11 44 Gx (Sbc) 9.0 8.4 0.6 12.9 11.2 × 6.9 7 0.001544 6.52 8.600 !!!, Great Spiral neb h 1622; GC 3572; M 51; UGC 8493; MCG 8-25-12; IRAS 13277+4727; KCPG 379A; CGCG 246-8; Arp 85; VV 1; VV 403; Whirlpool galaxy
NGC 5195 13 29 59.2 +47 16 03 Gx (SB0-a) 10.5 9.6 0.9 13.0 5.9 × 4.6 79 0.001551 6.55 8.600 B, pS, lE, vgbM, inv in M 51 WH I 186; h 1623; GC 3574; UGC 8494; MCG 8-25-14; CGCG 246-9; IRAS 13278+4731; KCPG 379B; Arp 85; VV 1; Whirlpool galaxy

Auffindkarte

Die Whirlpool-Galaxie befindet sich im Sternbild Jagdhunde (Canes Venatici), unterhalb und rechtwinklig zu den beiden hinteren Deichselsternen im Großen Wagen. Von Januar bis Juli können die Galaxien am besten beobachtet werden.

Auffindkarte Whirlpool-Galaxie (Messier 51)
Whirlpool-Galaxie (Messier 51) im Sternbild Canes Venatici. Karte mithilfe von SkySafari 6 Pro und STScI Digitized Sky Survey erstellt. Grenzgrößen: Sternbildkarte ~6.5 mag, DSS2-Ausschnitte ~20 mag. [149, 160]

Visuelle Beobachtung

M 51 + NGC 5195
M 51 + NGC 5195: Bleistiftskizze von M 51 mit Supernova SN 2005cs; 14" PWO-Dobson f/4.6, TV-Radian 8 mm, 200x, 0.3°, D: 6.5, L: ruhig; Honegg 1460 m; © 4. 7. 2005, 02:15 Eduard von Bergen [192]

350 mm Öffnung: In mittelgroßen Amateurteleskopen sind die Spiralarme gut sichtbar. Zwei Arme winden sich spiralförmig um den hellen und großen Kern. Der eine Spiralarm verbindet M51 mindestens optisch mit der kleineren Galaxie NGC 5195. Selten kommt es vor, dass eine Supernova in einer Galaxie genügend hell aufblinkt. Doch es war wieder einmal soweit, dass ein Stern vollständig explodierte und wir dies von der Erde aus beobachten können. Dies zwar mit 30 Millionen Jahren Verspätung, denn solange brauchte das Licht von der Galaxie M51 zu uns. Die Entdeckung einer Supernova ist einer der wenigen Möglichkeiten, wo sich Amateurastronomen noch profilieren können. So geschehen am 27. Juni 2005. Der Amateurastronom Wolfgang Kloehr hat mit einem relativ einfachen Equipment, Meade 8" Schmidt-Newton-Teleksop auf LXD-75 und Deep-Sky-Imager, die Supernova als Erster fotografiert bzw. entdeckt. — 14" PWO-Dobson, F:4.6 / TV-Radian 8mm, 200x, 0.3°, Eduard von Bergen

400 mm Öffnung: Das Galaxienpaar hatte die besten Sichtbedingungen nahe dem Zenit. Die spiralförmige Struktur ist beeindruckend und war am besten mit dem 11 mm Delite Okular (163x) sichtbar. Ein Muss, wenn die Galaxie am höchsten am Himmel steht. — Taurus T400 f/4.5 Dobsonian, Glaubenberg Langis, 28. Februar 2022, Bernd Nies

M 51 + NGC 5195
M 51 + NGC 5195: EAA, entspricht in etwa visuellem Eindruck; 30" SlipStream-Dobson f/3.3 + MallinCam Videokamera; ca. 3s; Hasliberg; © 14. 3. 2012 Pierre Schmid, Eduard von Bergen [30]

762 mm Öffnung: Der visuelle Eindruck lässt sich ungefähr mit einer MallinCam Videokamera und einer Integrationszeit von etwa drei Sekunden reproduzieren. Verwendet wurde ein nachgeführtes 30" f/3.3 SlipStream-Dobson. Das entstandene Bild kommt dem visuellen Sehen mit einem 13 mm Tele Vue Ethos Okular sehr nahe. — 14. 3. 2012, Eduard von Bergen

Objekte innerhalb eines Radius von 15°

Quellenangaben