Galaxie Messier 61

Objektbeschreibung

Messier 61
Messier 61: Galaxie in Virgo; 500 mm Cassegrain 3625 mm f/7.2; SBIG STL11K; 110+30+30+30 min LRGB; Sternwarte Lischerli, Ottenleuebad, Berner Oberland; © 2011 Radek Chromik

Die Galaxie Messier 61 wurde im Jahre 1779 vom italienischen Astronomen Barnaba Oriani entdeckt. Charles Messier bemerkte sie in derselben Nacht wie Oriani, doch vermutete darin einen vorbeiziehenden Kometen. Er schrieb dazu: «Sehr schwacher Nebel und schwierig wahrzunehmen. M. Messier hielt diesen Nebel für den Kometen von 1779, am 5. 6. und 11. Mai; am 11. erkannte er, dass er nicht der Komet war, sondern ein Nebel der sich auf seiner Route am selben Punkt am Himmel befand.» [281]

M 61
Aufnahme der Zentralregion M 61 des Hubble Weltraumteleskopes. Kombination aus Daten von 2003 und 2004. [191]

M 61 ist eine Spiralgalaxie vom morphologischen Typ Sc(dSc). Bei Simbad findet man in den letzten 20 Jahren gemessene heliozentrische Geschwindigkeiten im Bereich von 1566 km/s bis 1579 km/s und gemessene Entfernungen von 10 Mpc bis 19 Mpc (32 bis 62 Millionen Lichtjahre). Die Galaxie gehört zum Virgo-Galaxienhaufen (VCC 508), dem etwa 1300 Galaxien angehören. Sie ist mit einem Durchmesser von rund 100'000 Lichtjahren etwa gleich gross wie unsere Milchstrasse. M 61 ist als Starburst-Galaxie (Seyfert Typ 2) bekannt, welche eine hohe Rate an Sternentstehung aufweisen und so ihr Vorkommen an Gas in (astronomischer Hinsicht) relativ kurzen Zeit verbrauchen. Mindestens sechs Supernovae wurden bisher in dieser Galaxie beobachtet. Im Zentrum befindet sich eine Starke Röntgenquelle. [145, 189, 190]

M 61
NGC 4292: Ausschnitt aus dem Sloan Digitized Sky Survey [147]

Die Galaxie NGC 4292 wurde am 7. April 1828 von John Herschel entdeckt. Als morphologischen Typ findet man bei Simbad S0a-S0/Sa (also linsenförmig) mit einem LINER-Typ aktiven Kern. Bei NED wird sie als (R)SB(r)0^0 (Balkenspirale mit Ring) angegeben. Die in den letzten 20 Jahren gemessenen Rotverschiebungen entsprechen einer heliozentrischen Geschwindigkeit von etwa 2260 km/s. Die Entfernung beträgt etwa 17 Mpc bis 20 Mpc (55 bis 65 Millionen Lichtjahre). Die Galaxie wird mit der Nummer VCC 462 als Mitglied des Virgo-Haufens aufgelistet. [145, 196]

M 61
NGC 4301: Ausschnitt aus dem Sloan Digitized Sky Survey [147]

Die Galaxie NGC 4301 wurde am 21. April 1851 vom irischen Ingenieur Bindon Stoney entdeckt. Er arbeitete für William Parsons, dem 3. Earl of Rosse, und half ihm bei der mechanischen Konstruktion seiner Teleskope. Die Galaxie wird manchmal auch NGC 4303A genannt, da sie sich in der Nähe von NGC 4303 befindet und lange Zeit als misidentifiziert galt. Gemäss Simbad ist die Galaxie vom morphologischen Typ Sc(dSc). Messungen der Rotverschiebung der letzten 20 Jahre liegen im Bereich 1278 km/s bis 1296 km/s und gemessene Entfernungen reichen von 13 Mpc bis 17 Mpc. (42 bis 55 Millionen Lichtjahre). [145, 196]

— 2020, Bernd Nies

«Catalogue of Principal Galaxies (PGC)», Paturel et al. 1989 [144] Koordinaten in J2000.0; HRV = Heliozentrische Radialgeschwindigkeit; PA = Positionswinkel
NamenRA
[hms]
Dec
[dms]
Morph
Typ
Dim
[']
Btot
[mag]
HRV
[km/s]
PA
[°]
NGC 429212 21 16.3+04 35 47SB1.6 x 1.213.32258 7
NGC 430112 21 33.3+04 46 46S1.3 x .414.8 132
M 61, NGC 430312 21 54.6+04 28 20SBR6.5 x 5.910.11569

Auffindtipp

Im Sternbild Jungfrau etwas ausserhalb des Virgo-Haufens findet man fast alleinstehend die Spiralgalaxie M61, etwa auf halber Strecke zwischen den Sternen Auva (δ Virginis, 3.42 mag) und ν Virginis (4.03 mag). In unmittelbarer Nähe befinden sich noch zwei schwächere Galaxien NGC 4292 und NGC 4301.

Karte mit Hilfe von SkySafari 6 Pro [149] und STScI Digitized Sky Survey [160] erstellt.

Beobachtung

Skizze
Bleistiftskizze von Eduard von Bergen, 2003

Die Galaxie zeigt im Gegensatz zu den meisten Geschwistern im Virgohaufen einiges an Struktur in mittelgrossen Teleskopen. Auffallend ist der markante etwas ausgedehnte Kern. Die beiden Spiralarme sind für sich einzeln erkennbar. Auch ist der eine Arm eindeutig länger und zeigt Helligkeitsunterschiede. Vorteilhaft zur Beobachtung ist eine mittelgrosse Vergrösserung, bei welcher der Himmelshintergrund bereits sauber auf schwarz abgedunkelt wird. [192]

14" PWO-Dobson, F:4.6 / TV-Radian 8mm, 200x, 0.3°
Eduard von Bergen

Creative Commons License Sofern keine anderen Quellen, Autoren oder Fotografen genannt werden, unterliegt diese Webseite der Creative Commons Attribution 4.0 International License.