NGC 1491, Kleiner Pacman

NGC 1491
NGC 1491: Galaktischer Nebel in Perseus; 500 mm Cassegrain 5800 mm f/11.4; SBIG STL11K; 110+30+30+30 min LRGB; Berner Oberland; © 2011 Radek Chromik

Geschichte

Bei NGC 1491 handelt es sich um einen Emissionsnebel, welcher am 28. Dezember 1790 von Wilhelm Herschel entdeckt und als I 258 katalogisiert wurde. Er notierte dazu: «Sehr helle, unregelmäßige Figur, rund, in der Mitte heller, 5' lang 4' breit. Ein ziemlich großer Stern darin auf der folgenden Seite, aber nicht verbunden.» [465] Dreyer katalogisierte den Nebel in seinem «New General Catalogue» als NGC 1491. [313] Andere Bezeichnungen für diese H-II Region sind: LBN 704, Sharpless 2-206, S 206, Sh2-206. [196]

Physikalische Eigenschaften

Auf Simbad findet man zwei gemessene Entfernungen: 3.0 kpc und 3.3 kpc (9780 und 10'800 Lichtjahre). Die Entfernung zum Zentrum der Milchstrasse beträgt etwa 11.1 kpc (36'200 Lichtjahre). Mittels Radioteleskop wurde im Nebel eine Elektronentemperatur von 8350 K ± 1600 K gemessen. [145, 196, 318]

«Revised NGC/IC», «Historic NGC/IC», Version 2022-09-01, © Dr. Wolfgang Steinicke [277]
BezeichnungNGC 1491
TypEN
Rektaszension04h 03m 13.5s
Deklination+51° 18' 58"
Durchmesser25 × 25 arcmin
Metrische Entfernung3.000 kpc
Dreyer BeschreibungvB, S, iF, bM, r, * inv
Identifikation, AnmerkungenLBN 704, in Sh2-206

Auffindkarte

NGC 1491 befindet sich im Sternbild Perseus etwa ein Grad nord-nord-westlich vom Stern λ Persei. Das Sternbild ist in den Monaten September bis Februar am besten zu beobachten.

Perseus: NGC 1491
Karte NGC 1491
Karte mithilfe von SkySafari 6 Pro und STScI Digitized Sky Survey erstellt. [149, 160]

Visuelle Beobachtung

400 mm Öffnung: Mit 21 mm Ethos Okular (85-fach) und ohne Filter hebt sich der Nebel mit steigender Höhe über Horizont und zunehmend dunkler werdendem Himmel immer deutlicher vom Hintergrund ab und ist mit unregelmässiger Form neben einem etwas helleren Stern gut erkennbar. Mit 16 mm Nagler Okular (112-fach), O-III Filter und indirektem Sehen ist er gut erkennbar und erscheint oval unförmig mit Stern. Ein H-beta bringt keine Verbesserung. Mit 9 mm Nagler (200-fach) und O-III Filter ist das Bild zu dunkel. Ohne Filter ist der Nebel besser erkennbar und bildet mit den Sternchen in der Umgebung den schöneren Anblick. Ein lohnenswertes Objekt. — Taurus T400 f/4.5 Dobsonian, Hasliberg Reuti, 6. 11. 2021, Bernd Nies

762 mm Öffnung: Mit 13 mm Ethos Okular (193-fach) und O-III Filter ist der Nebel mit deutlich mehr Struktur und direktem Sehen sichtbar. Der Stern erscheint etwas ausserhalb des Nebels. Er sieht etwas wie der Pacman-Nebel NGC 281 aus. — 30" f/3.3 Slipstream Dobsonian, Hasliberg Reuti, 6. 11. 2021, Bernd Nies

Quellenangaben

145SIMBAD astronomical database; simbad.u-strasbg.fr/simbad
149SkySafari 6 Pro, Simulation Curriculum; skysafariastronomy.com
160The STScI Digitized Sky Survey; archive.stsci.edu/cgi-bin/dss_form
196Celestial Atlas by Curtney Seligman; cseligman.com/text/atlas.htm (2020-12-28)
277«Historische Deep-Sky Kataloge» von Dr. Wolfgang Steinicke; klima-luft.de/steinicke (2021-02-17)
313«A New General Catalogue of Nebulae and Clusters of Stars, being the Catalogue of the late Sir John F.W. Herschel, Bart., revised, corrected, and enlarged» Dreyer, J. L. E. (1888); Memoirs of the Royal Astronomical Society. 49: 1–237; Bibcode:1888MmRAS..49....1D
318«The electron temperatures of HII regions S 201, S 206 and S 209: multi-frequency GMRT observations.» Omar, A.; Chengalur, J. N.; Roshi, D. A.; arXiv:astro-ph/0205061
465«Catalogue of 500 new nebulae, nebulous stars, planetary nebula:, and clusters of stars; with remarks on the construction of the heavens» William Herschel, Philosophical Transactions of the Royal Society of London, 1 January 1802; DOI:10.1098/rstl.1802.0021