Kugelsternhaufen Messier 2

Messier 2
Messier 2: Kugelsternhaufen in Aquarius; Takahashi Mewlon 250 CR (f=2500 mm / f10), SBIG ST-8300; 20L x 600 sec 1×1, 8R, 13G, 14B 2×2 x 600 secs; Berner Oberland; © 2016 Bernhard Blank, Dragan Mihajlovic

Geschichte

Der schöne, helle Kugelsternhaufen Messier 2 wurde erstmals von G. Maraldi im Jahre 1746 gesichtet, als dieser gerade den Kometen Chéseaux suchte. Zu der damaligen Zeit war das Erscheinen der flüchtigen Schweifsterne populärer als heute. Was dann bei ihrer Suche und Verfolgung an nebelhaftem gefunden wurde, trug man lediglich aus Gründen der Gefahr einer Verwechslung mit Kometen in die Sternkarte ein. Im Jahre 1760 stieß Charles Messier nochmals auf diesen Kugelsternhaufen und nahm ihn als zweites kometenhaftes Objekt in seine Liste auf.

Physikalische Eigenschaften

Messier 2
Messier 2: Aufnahme mit dem Hubble Weltraumteleskop. © ESA/Hubble & NASA [222]

Visuell erscheint M 2 als ein kugelförmiger Sternhaufen von etwa 7' Winkeldurchmesser — auf Fotografien sind aber noch Sterne bis zu einem Durchmesser von 11' zu erkennen. Die gesamte integrierte Helligkeit beträgt etwa 6.4 mag, die hellsten Sterne erreichen etwa 13.1 mag, was etwa drei Magnituden über die des horizontalen Zweiges im HR-Diagramm ist.

Mit einer Entfernung von rund 50'000 Lichtjahren liegt der Kugelsternhaufen ein gutes Stück weiter weg als M 13 im Sternbild Herkules oder M 5 in Serpentis Caput. Der gegenwärtige Durchmesser wird mit etwa 150 Lichtjahren angegeben. Es handelt sich hier mit rund 100'000 Mitgliedern um einen der reicheren Kugelsternhaufen. Mit einer Shapley/Sawyer-Konzentrationsklasse von 2 gehört M 2 zu den kompakteren Sternhaufen. Er ist durch seine Lage in einer relativ sternarmen Himmelsregion besonders eindrücklich. Die hellsten Sterne sind gelbe und rote Riesen mit einer absoluten Helligkeit von -3 mag. Die totale absolute Helligkeit von M 2 liegt bei -10 mag. Die integrierte Spektralklasse des Haufens ist F0. Die Radialgeschwindigkeit ist mit etwa 3 km/s sehr gering. [4]

«Revised NGC/IC», «Historic NGC/IC», Version 2022-09-01, © Dr. Wolfgang Steinicke [277]
BezeichnungNGC 7089
TypGCL (II)
Rektaszension21h 33m 27.2s
Deklination-00° 49' 22"
Durchmesser16 arcmin
Visuelle Helligkeit6.6 mag
Metrische Entfernung11.500 kpc
Dreyer Beschreibung!!, globular, B, vL, gpmbM, rrr, st eS
Identifikation, AnmerkungenM 2, GCL 121

Wo ist das Messier-Globuli im Wassermann?

Der Kugelsternhaufen Messier 2 befindet sich im Sternbild Wassermann (Aquarius), grob fünf Grad nördlich vom 2.9 mag hellen Stern SadalsuudAquarii) etwa auf gleicher Deklinationshöhe wie die beiden Sterne SadalmelikAquarii, 3.0 mag) und SadachbiaAquarii, 3.8 mag) . Wie bei fast allen Auffindprozeduren ist die Wahl eines Großfeldokular mit möglichst hohem Blickfeld (mehr als ein Grad) empfehlenswert. In den Monaten August bis Oktober steht M 2 nachts am höchsten am Himmel.

Aquarius: Messier 2
Karte Messier 2
Karte mithilfe von SkySafari 6 Pro und STScI Digitized Sky Survey erstellt. [149, 160]

Quellenangaben

4«Burnham's Celestial Handbook: An Observer's Guide to the Universe Beyond the Solar System» by Robert Burnham; Dover Publications, Inc.; Voume I: ISBN 0-486-23567-X; Volume II: ISBN 0-486-23568-8; Volume III: ISBN 0-486-23673-0
149SkySafari 6 Pro, Simulation Curriculum; skysafariastronomy.com
160The STScI Digitized Sky Survey; archive.stsci.edu/cgi-bin/dss_form
222The largest of its kind; esahubble.org/images/potw1913a (2021-01-10)
277«Historische Deep-Sky Kataloge» von Dr. Wolfgang Steinicke; klima-luft.de/steinicke (2021-02-17)