Barnard 33, Pferdekopfnebel

Objektbeschreibung

Barnard 33
Barnard 33: Collage 10 Jahre Pferdekopfnebel; © 1998-2008 Eduard von Bergen

Beim Pferdekopfnebel handelt es sich um einen Nebel aus kaltem Gas und Staub, welcher im sichtbaren Spektrum nur wenig Licht ausstrahlt und deshalb dunkel erscheint. Auf der Infrarotaufnahme des HST (Abb. 2) erkennt man, dass dieser Nebel im Infrarot leuchtet. Diese Dunkelwolke erstreckt sich südwestlich des linken Gürtelsternes des Orions (Alnitak, ζ Orionis) und ein Zipfel davon ragt über den rot leuchtenden H-II Emissionsnebel IC 434. Dieser Teil gleicht dem Kopf eines Pferdes, welches den Stern Alnitak anschaut.

Pferdekopfnebel
Infrarotaufname des Pferdekopfnebels. Hubble Weltraumteleskop, 2014 [200]

William Herschel hatte 1765 den Nebel IC 434 offenbar übersehen, weshalb er erst 1887 vom französischen Astronomen Paul-Pierre Henry und ebenfalls 1888 Williamina Fleming von entdeckt wurde. [196] Das Gebiet ist etwa 1500 Lichtjahre entfernt und erstreckt sich über eine Fläche von etwa einem Viertel des Vollmondes.

Barnard erkannte 1913, dass es sich beim Pferdekopfnebel um einen dunklen Nebel handeln muss, statt dass an der Stelle einfach Sterne und Gas fehlen würden. Die Masse des Pferdekopfnebels wird auf etwa 27 Sonnenmassen geschätzt. Der Nebel enthält nebst Wasserstoff auch einfache Kohlenwasserstoffverbindungen, sowie Sauerstoff und Schwefel. Der Nebel ist ein Sternentstehungsgebiet ähnlich der "Säulen der Schöpfung" in M 16. [201, 202]

Barnard 33
Barnard 33: Leuchtender Gasnebel IC 434 mit Pferdekopfnebel davor; 500 mm Cassegrain 3625 mm f/7.2; SBIG STL11K; 80+30+30+30 min LRGB; Sternwarte Lischerli, Ottenleuebad, Berner Oberland; © 2011 Radek Chromik
«The Complete New General Catalogue and Index Catalogue of Nebulae and Star Clusters» von J.L.E. Dreyer, nachbearbeitet 1988 von Roger W. Sinnott [142]. Koordinaten in B2000.0.
Name Typ RA [hm] Dec [dm] Const ⌀ ['] vMag Beschreibung
IC 434Nb05 41.0-02 24Ori60.neb, 60' l, south from zeta Ori

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— 27.12.2020, Bernd Nies

Auffindkarte

An den linken Gürtelstern (Alnitak, ζ Orionis) des Sternbildes Orion hängt sich der Emissionsnebel IC 434 an. In diesem Nebel ist eine Dunkelwolke beheimatet, die ihrem Namen Pferdekopf alle Ehre macht.

Karte Pferdekopfnebel
Karte mit Hilfe von SkySafari 6 Pro [149] und STScI Digitized Sky Survey [160] erstellt.

Visuelle Beobachtung

90 mm Öffnung: Auch in kleinen Instrumenten zeigt sich der Dunkelnebel. Zu Dritt, Manfred, Martin und ich, erblickten den Pferdekopfnebel auch schon in einem Sky 90mm-Refraktor. Dies gelang uns mit indirektem Sehen und dank dem wir die genaue Position vom 320mm-Ninja her kannten. Weiter verloren wir in Manfred's Teleskop mit dem UHC-Filter weniger Licht. Wir glauben nun vielmehr, dass die Austrittspupille wesentlich entscheidender ist als nur eine grosse Öffnung. Wahrscheinlich braucht es dazu einfach eine exzellente Nacht betreffend der Durchsicht und der Luftruhe. [192]

Sky 90mm-Refraktor / TV-Nagler 9mm / UHC-Filter
Eduard von Bergen

Bleistiftskizze von Eduard von Bergen, 2003 [192]

320 mm Öffnung: Mit einem H-beta-Filter stellt dieses Objekt kein grosses Problem dar. Wichtige Voraussetzung ist ein dunkler, transparenter Himmel, am Besten alpin und/oder eine Grenzgrösse von über 6 Magnituden. Man erkennt einerseits den Emissionsnebel IC 434 und darin als hineinragender Daumen eine Dunkelstelle, welche den Pferdekopfnebel darstellt. Die Dunkelstelle ist mit direktem Sehen ausmachbar, den Ansatz für die Schnauze ist besser indirekt sichtbar.

Es wird immer wieder viel darüber spekuliert, wie und mit welchem Instrumentarium man den Pferdekopfnebel überhaupt ausmacht. Es gelang auch schon an einem Abend, zuvor ohne Mondlicht und später mit Mondlicht den Pferdekopf zu erkennen. Natürlich war die vor knapp einer Stunde betrachtete Stelle noch präsent und half bei der Wahrnehmung bei Mondlicht. [192]

12.5" Ninja-Dobson, F:4.5 / TV-Nagler 13mm, 111x, 0.74° / H-beta-FilterEduard von Bergen

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